Funktionsweise Luftbett

An Versuchen, dem Menschen einen idealen „schlafbaren“ Untersatz zu verschaffen, hat es zu keiner Zeit gefehlt. Dem Problem, dass jeder menschliche Körper seine eigene äussere Form und seine eigenen physiologischen Besonderheiten und damit Bedürfnisse aufweist, war lange nicht beizukommen. Der Grund liegt darin, dass alle elastischen Materialien ihre Nachteile haben. Sie sind z.B. nicht homogen, sie haben nur eine begrenzte Elastizität (z.B. Schaumstoff), sie sind schlecht individuell anpassbar, sie altern usw. Oder sie sind zwar verformbar, haben aber gar keine Elastizität – wie Wasser, Granulate oder Verformmassen. Folge: Die Nacht wird für viele zur Leidenszeit. Schmerzende Druckstellen führen zu Drehbewegungen im Bett, bis zu 60-mal pro Nacht. Erholsam kann ein solcher Schlaf nicht sein.

 

In welche Richtung die Lösung zu suchen wäre, lag eigentlich schon früh auf der Hand: Luft als tragendes Element hat alle gewünschten Eigenschaften, wenn es gelingt, sie in eine geeignete und praktisch anwendbare Form als Schlafunterlage zu bringen. Sie hat nicht nur ideale Anpasseigenschaften direkt am Körper statt im Unterbett, sondern gleicht den Druck der unterschiedlichen Eintauchtiefen auch in horizontaler Richtung aus. „Dreidimensionale Druckverteilung“ und steuerbarer Gegendruck ist folglich nur mit Luft machbar. Mit einer simplen „Luftmatratze“ war dies allerdings nicht zu schaffen. Es brauchte eine geniale Idee, bis Menschen „schwebend auf Luft gebettet“ schlafen konnten.

 

Der Umgang mit unter Druck gespeicherter Luft verlangte einen ganz neuartigen Systemansatz. Sie muss in einer möglichst grossen Druckkammer gehalten werden und dies zuverlässig, d.h. über Jahre hinweg. Natürliches und biologisches Schlafen bedingt, dass der Druck nicht mit Fremdenergie wie Strom bzw. durch Motorkraft konstant gehalten werden sollte. Und hier hat Willi Frischknecht sen. eine verblüffend effiziente Nullenergie-Lösung entwickelt.

 

Der Luftkern wird, einmal mit Luft gefüllt, nur durch das Körpergewicht auf konstantem Druck gehalten. Das Prinzip: Dem Matratzenrand entlang ist ein weicher Pumpenschlauch integriert, der durch Zusammendrücken (z.B. Sitzen auf der Bettkante beim Aufstehen) Luft in ein Reservoir pumpt, welches mit seinem Überdruck über ein Regulierventil den Druck im Luftkern konstant hält. Das funktioniert also ohne Motor, ohne Energie, geräuschlos und wartungsfrei. Erstaunlicherweise kommt das System praktisch ohne harte oder metallische Teile aus. Der Druck (die Festigkeit der Matratze) lässt sich jederzeit stufenlos verändern und den individuellen Bedürfnissen anpassen, bei Doppelmatratzen auf jeder Seite unabhängig. Einfacher geht es nicht.